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Wie ich meinen Tag plane – und warum Kleinteiligkeit für mich der Schlüssel ist

8. Juni
4 Min. Lesezeit

Wie ich meinen Tag plane

Ich habe für mich festgestellt, dass ich am besten damit fahre, meinen Tag sehr kleinteilig zu planen.

Das war nicht immer so. Lange Zeit hatte ich das Gefühl, ständig irgendetwas vergessen zu haben. In meinem Kopf schwirrten unzählige offene Aufgaben herum. Die Wäsche müsste gemacht werden, das Bad geputzt, der Schrank aufgeräumt, die Einkaufsliste geschrieben werden. Nichts davon war für sich genommen ein riesiges Problem. Aber die Summe aller offenen Aufgaben hat mich oft überfordert.

Gerade mit ADHS kenne ich das Gefühl, vor einer Aufgabe zu stehen und gar nicht zu wissen, wo ich anfangen soll. „Badezimmer putzen“ klingt für mein Gehirn manchmal wie ein unüberwindbarer Berg. Also wurde die Aufgabe verschoben. Und mit jeder Verschiebung wurde sie gefühlt noch größer.

Deshalb habe ich angefangen, meinen Alltag sehr detailliert zu strukturieren.

Ich habe feste Morgen- und Abendroutinen und drucke mir für jeden Tag einen Plan aus. Darauf stehen nicht nur die großen Aufgaben, sondern auch die kleinen Dinge, die jeden Tag anfallen.

In meiner Morgenroutine stehen zum Beispiel Dinge wie Zähneputzen, Tagescreme, Handcreme, Lippenpflege, Bett machen, lüften, Medikamente nehmen oder die schmutzige Wäsche in den Wäschesammler räumen. Zusätzlich gibt es jeden Tag eine Aufgabe, die nicht täglich anfällt, zum Beispiel Haare waschen, eine Gesichtsmaske oder Augenbrauen zupfen.

Außerdem habe ich einen sehr detaillierten Putzplan. Jeder Raum hat seinen festen Tag. Montags sind beispielsweise der Flur, das Gäste-WC und der Hauswirtschaftsraum dran. Für jeden Raum habe ich festgelegt, welche Aufgaben wöchentlich erledigt werden und welche nur alle paar Wochen anfallen.

Diese Zusatzaufgaben rotieren von Woche zu Woche. Dadurch habe ich jede Woche nur eine zusätzliche Aufgabe und nicht plötzlich zehn Dinge, die gleichzeitig erledigt werden müssen.

Für mich hat das einen großen Vorteil: Ich schaffe die meisten Haushaltsaufgaben bereits unter der Woche. Früher sah das anders aus. Da habe ich oft versucht, am Wochenende das Chaos der vergangenen Tage in den Griff zu bekommen. Mein Wochenende bestand dann aus Putzen, Aufräumen, Wäsche und all den Aufgaben, die ich unter der Woche nicht geschafft hatte. Statt mich zu erholen, hatte ich das Gefühl, ständig hinterherzurennen.

Heute verteile ich die Aufgaben bewusst auf die Woche. Natürlich klappt das nicht immer perfekt, aber deutlich häufiger als früher. Dadurch bleiben meine Wochenenden meist frei von größeren Haushaltsprojekten. Und genau das war mein Ziel: Meine freie Zeit nicht damit zu verbringen, hinter unerledigten Aufgaben herzuräumen, sondern sie für die Dinge zu nutzen, die mir wichtig sind.

Zusätzlich gibt es in meinem Plan einen Projektblock. Im Moment lerne ich Polnisch und habe dafür jeden zweiten Tag eine Stunde eingeplant. An anderen Tagen beschäftige ich mich mit Coachingtechniken. So mache ich regelmäßig kleine Schritte und bleibe bei meinen langfristigen Zielen am Ball.

Abends folgt dann meine Abendroutine. Dazu gehören Geschirr wegräumen, die Arbeitsflächen aufräumen und abwischen, ein Rundgang durch die Wohnung, um herumliegende Dinge einzusammeln, und das Vorbereiten des nächsten Tages. Außerdem aktualisiere ich meinen Tagesplan, verschiebe Aufgaben, die ich nicht geschafft habe, oder plane neue Dinge für die kommende Woche ein.

Immer donnerstags gehe ich außerdem meine Bestände durch. Welche Kosmetika fehlen? Welche Hygieneartikel gehen zur Neige? Welche Putzmittel müssen nachgekauft werden? Welche Lebensmittel brauche ich? Daraus erstelle ich meine Einkaufsliste für den nächsten Tag.

Eine Erkenntnis hat mich dabei besonders überrascht: die Kleidung für den nächsten Tag bereitzulegen.

Früher habe ich oft gedacht, das sei unnötig. Heute gehört es fest zu meiner Abendroutine. Denn ich habe gemerkt, wie viel Stress es mir morgens erspart. Ich muss nicht nach Unterwäsche suchen, keine passende Strumpfhose aus einer Schublade herauswühlen und nicht überlegen, was ich anziehen möchte. Ich kann einfach in den Tag starten.

Genau solche Erfahrungen helfen mir auch dabei zu erkennen, welche Aufgaben wirklich einen Unterschied machen. Wenn ich eine Aufgabe vergesse oder auslasse, merke ich oft direkt, wie sich das auf meinen Alltag auswirkt. Dadurch fällt es mir leichter, Prioritäten zu setzen und Routinen beizubehalten, die mir tatsächlich helfen.

Was mir außerdem hilft, ist die Kleinteiligkeit meines Plans. Dort steht nicht „Badezimmer putzen“. Stattdessen ist die Aufgabe in viele einzelne Schritte unterteilt: Waschbecken putzen, Spiegel reinigen, Mülleimer leeren, Armaturen abwischen oder die Toilette reinigen.

Das macht für mich einen großen Unterschied. Ich sehe nicht die große Aufgabe „Badezimmer putzen“, die sich manchmal überwältigend anfühlen kann. Ich sehe nur den nächsten kleinen Schritt. Und mit einem kleinen Schritt anzufangen fällt mir deutlich leichter. Oft ergibt sich der Rest dann von allein.

Natürlich halte ich mich nicht immer perfekt an meinen Plan. Es gibt Tage, an denen etwas liegen bleibt oder ich Dinge verschieben muss. Aber wenn ich abends auf meine Liste schaue und sehe, dass ich von vielleicht 50 kleinen Aufgaben 47 erledigt habe, dann sehe ich vor allem, was ich geschafft habe.

Und das gibt mir ein gutes Gefühl.

Wichtig ist dabei: Das ist mein System. Es funktioniert für mich. Das bedeutet nicht, dass es für jeden Menschen genauso funktionieren muss.

Gerade im Coaching erlebe ich immer wieder, dass Menschen versuchen, sich in ein System zu zwängen, das eigentlich gar nicht zu ihnen passt. Mein Ansatz ist deshalb ein anderer: Gemeinsam herauszufinden, welche Strukturen und Routinen zu dir, deinem Alltag und deinem Gehirn passen.

Denn am Ende geht es nicht darum, den perfekten Plan zu haben.

Es geht darum, einen Plan zu haben, der dir das Leben leichter macht.

Falls du neugierig geworden bist: Gerne kannst du mich kontaktieren, wenn du meinen Tagesplan einmal als Inspiration ansehen möchtest. Vielleicht findest du darin Ideen, die du für deinen eigenen Alltag übernehmen kannst.

Und wenn du das Gefühl hast, dass dir eine passende Struktur fehlt oder du Schwierigkeiten hast, ein System zu finden, das wirklich zu dir passt, unterstütze ich dich gerne im Coaching dabei, deinen ganz persönlichen Weg zu entwickeln. Wie planst du deinen Tag? Wie kleinteilig planst du? Hast du schon einmal versucht, Aufgaben in möglichst kleine Schritte zu zerlegen?

Ich bin gespannt auf deine Erfahrungen.

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